DER VERSUCH SPAGYRIK ZU PATENTIEREN

Ich war immer bestrebt, Essenzen aus einer Heilpflanze zu gewinnen, ohne dass es zu Nebenwirkungen kommt - in unzähligen interessanten Experimenten sammelte ich wertvolle Erfahrungen. Heute weiß ich gar nicht mehr im einzelnen, wie ich auf bestimmte Dinge kam, aber oft stand ich in der Frühe auf, und die Idee war da. Über die Jahre kristallisierte sich ein besonderes Verfahren heraus, Pflanzenextrakte herzustellen: durch Destillieren, Kalzinieren und Lösungen gewann ich die kostbaren Pflanzensalze und war richtig stolz auf meine "Erfindung", denn die Wirksamkeit der Produkte erhöhte sich durch diese Extrakte enorm, während die schädlichen Nebenwirkungen von hochpotenten Heilpflanzen wegfielen. 

Mir kam der Gedanke, dieses Verfahren patentieren zu lassen. Aufwand und Kosten für ein solches Patentierungsverfahren überstiegen alle Erwartungen, ich schob die Umsetzung also immer weiter vor mir her. Eines Tages besuchte mich Susanne Fischer Rizzi, die bekannte Aroma-Therapeutin. Sie war Mitbegründerin der Firma Primavera, etwa zu einer Zeit, als ich mit meinem Naturkosmetik-Unternehmen anfing. 

Wir unterhielten uns über Heilpflanzen und Extrakte, und als sie mich nach dem Geheimnis der Gewinnung fragte, verriet ich ihr mein Verfahren der Herstellung von Pflanzensalzen, wir waren schließlich gut befreundet. Sie kriegte große Ohren und klatschte begeistert in die Hände: "Martina, das ist ja Spagyrik was du da machst!" rief sie aus. Verblüfft sah ich sie an. "Wie bitte?" sagte ich, "Mein Verfahren gibt es schon und hat sogar einen Namen?" Dies sei bereits vor mehr als 8000 Jahren im Nahen Osten erfunden worden, klärte sie mich auf. Nun damit hatte sich das eigene Patent erübrigt. Aber zumindest wusste ich jetzt, wonach ich suchen musste, um mein Wissen über die Spagyrik zu erweitern.