KONFRONTATION MIT DEM TIERSCHUTZ

Als Herstellerin von Naturkosmetika war ich selbstverständlich von Anfang an gegen Tierversuche und die Verwendung von tierischen Rohstoffen und zudem eines der ersten Mitglieder im Tierschutzbund. Werbewirksam hatte ich Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Jahre in allen meinen Broschüren auf diesen Tatbestand hingewiesen. Damals gab es den IHTN (Internationaler Herstellerverband tierschutzgeprüfter Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren e.V. ) noch nicht, der deutsche Tierschutzbund übernahm die vertraglichen Regelungen. 

Zu der Zeit hatte ich nicht nur Kosmetika im Programm, sondern auch Accessoires wie Haarbürsten und Kosmetikspiegel aus Obsthölzern oder Natur-Badeschwämme. Eines Tages rief eine Kundin erbost an und warf uns Vertragsbruch mit den Richtlinien des Tierschutzbundes vor. Vehement verteidigte ich mich. Wie sie es wagen könne, so etwas zu behaupten, fragte ich sie, ich hätte dieses Thema 150-prozentig unter Kontrolle.

"Sie verkaufen natürliche Badeschwämme aus dem Meer," rief sie aufgebracht ins Telefon. "Na, das ist doch gut" sagte ich, und verstand ihr Problem nicht. "Das sind Tiere," schrie sie. "Niemals" entgegnete ich, "da hat Ihnen jemand einen Bären aufgebunden, Tiere bewegen sich frei und Schwämme sind am Meeresboden angewachsen, wie andere Pflanzen auch." 

Wir erklärten uns gegenseitig für verrückt, und am Ende hängte ich ein. Allerdings juckte es mich, ihren Behauptungen nachzugehen und kleinlaut musste ich später zugeben, dass Schwämme tatsächlich Tiere sind. Ich schrieb ihr einen versöhnlichen Brief... die Kundin kauft noch heute bei uns, aber unser Trockensortiment hatte mit diesem Disput ein Ende gefunden.